Was tun, wenn Dir Dein Studium plötzlich keinen Spaß mehr macht?

Nachdenken am Meer

Die Zahl der Studienanfänger steigt kontinuierlich an - mittlerweile beginnen so viele Menschen ein Studium wie noch nie. Die Kehrseite der Medaille: Immer mehr Studierende brechen ihre akademische Ausbildung vorzeitig ab. Inzwischen beenden lediglich 2 von 3 Studenten ihr Studium. Ob dies auch für Dich die beste Lösung ist, oder ob es noch sinnvolle Alternativen gibt, wollen wir in diesem Blogartikel beleuchten.

Der meist sehr theoretische Lernstoff, die Anonymität der großen und meist überfüllten Unis, der kontinuierliche Leistungsdruck in Kombination mit dem schlechten Gewissen, stets doch noch mehr für die Uni machen zu können: Dies sind Gründe, sich als Studierende/r nicht mehr wohl zu fühlen und das Studium abbrechen zu wollen. Sicherlich stellt ein Studium auch nicht für jeden Schulabgänger die ideale Berufs- und Lebensvorbereitung dar, selbst wenn man über die notwendige Hochschul- oder Fachhochschulreife verfügt. Nichtsdestotrotz solltest Du Dir klar darüber sein, dass ein Studienabbruch keine Entscheidung ist, die man "zwischen Tür und Angel" treffen sollte. Auch besteht nicht selten die Chance, dass Du Dich nach einer gewissen Durststrecke mit den ungewohnten Anforderungen und dem sehr lernorientierten Studentenleben wider Erwarten doch noch anfreundest.

 

Nicht leichtfertig das Studium abbrechen!

Vor dem frühzeitigen Aus Deiner akademischen Karriere gibt es einige Anker, die Du vorher auf jeden Fall in Augenschein nehmen solltest. Es wäre doch schade, wenn Du nicht alle Optionen ausprobiert hast, bevor Du Dich endgültig exmatrikulierst, oder?

An jedem Uni-Standort gibt es eine Studienberatung, die Dir bei Zweifeln als erste Anlaufstelle dienen kann. Erfahrungsgemäß lassen sich Bedenken hinsichtlich der Weiterführung Deines Studiums im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis eher nicht ohne emotionale Eskalationen diskutieren. Eine nüchterne/sachliche Lösung bleibt so häufig aus. Wenn Deine Eltern Dein Studium finanzieren – könntest Du aus Respekt erst einmal versuchen Dir sicher zu werden, was Du stattdessen tun möchtest. Wenn Du einen Plan hast, wo Du Dich stattdessen siehst, können Deine Eltern Deine Entscheidung sicherlich besser nachvollziehen. Wende Dich zum Beispiel erst mal an eine neutrale Person (oben genannte Studienberatung o.ä.) oder eine/n Freund/in, der sich gut in Deine Situation hineinversetzen kann.

 

Damit Du Dich vor dem Gespräch schon mit infrage kommende Alternativen/Lösungen beschäftigen kannst, gehen wir nachfolgend auf ein paar praktikable und durchaus bewährte Optionen ein:

 

1. Alternative zum Studienabbruch: Urlaubssemester

Wenn Du nicht einfach nur "keine Lust mehr hast", sondern sich unerwartete Mehrbelastungen ergeben, kann ein Urlaubssemester die richtige Wahl sein. Dabei ist die Auszeit nicht auf sechs Monate beschränkt, sondern kann auf zwei und mehr Semester ausgedehnt werden. Der Vorteil: Du bleibst immatrikuliert und kannst Dir die Urlaubssemester als Hochschulsemester anrechnen lassen. Nachteil: Dein BAföG-Anspruch ruht während Deiner akademischen Auszeit und Du darfst auch nicht als Werkstudent arbeiten. Weitere Infos erhältst Du hier.

 

2. Alternative zum Studienabbruch: Wechsel der Studienrichtung

Wenn das von Dir gewählte Studienfach nicht das hält, was Du Dir ursprünglich vorgestellt hast, kannst Du unter gewissen Bedingungen die Fachrichtung wechseln. Wie dieser "Switch" möglichst unkompliziert und ohne Nachteile für Dich vonstattengehen kann, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Auf Grund dessen können wir Dir im Rahmen dieses Artikels keine konkreten und verbindlichen Tipps geben.

Du solltest diese Option aber nicht aus den Augen verlieren –und herausfinden, ob tatsächlich das „Studierenden-Dasein“ an sich oder lediglich das Studienfach der Grund für einen eventuellen Studienabbruch sein könnte.

Übrigens: In manchen Fällen ist es auch möglich, mit einem Studierenden einer anderen Fakultät einfach den Studienplatz zu tauschen.

 

3. Alternative zum Studienabbruch: Wechsel in ein Duales Studium

Die Entscheidung, ein Duales Studium aufzunehmen, führt in der Regel zum Wechsel der "akademischen Heimat", denn diese beliebte Alternative bieten nicht alle Institute an. Auch gehört zum Dualen Studium eine passende Berufsausbildung, die Du parallel abschließt. Bei der Suche nach einer Stelle helfen Dir aber erfahrungsgemäß die kundigen Mitarbeiter der Studienberatungen weiter.

Bisher haben wir Möglichkeiten diskutiert, die Dir erlauben, trotz Deiner Bedenken und Zweifel doch noch einen akademischen Abschluss zu erlangen. Aber auch ein endgültiger Studienabbruch stellt keinen "Weltuntergang" dar. Vielmehr zeigt Deine Unzufriedenheit womöglich nur, dass Dir ein Beruf, der Dich tagtäglich vorwiegend mit theoretischen Herausforderungen konfrontiert, einfach nicht liegt. Diese Erkenntnis stellt auch kein persönliches Versagen oder die Schlussfolgerung dar, dass Du "nur zu faul bist" – ganz im Gegenteil. Sich neu auszurichten anstatt den einmal eingeschlagenen Pfad, trotz erheblicher Bedenken und fehlender Motivation weiterzuverfolgen, ist eher ein Indiz für Mut und die Fähigkeit, sich selbst kritisch zu reflektieren. Entscheidest Du Dich dann, statt eines Studiums eine Lehre zu absolvieren, stehen Dir alle Türen offen: versierte und gut ausgebildete Handwerker, die ihren Job mit Leidenschaft machen, werden heute und auch in absehbarer Zukunft händeringend gesucht. Als nächste Stufe nach der Lehre hast Du in vielen Berufszweigen die Möglichkeit eine Meisterprüfung abzulegen – eine umfassende und sehr anerkannte Qualifikation sowie der folgerichtige Schritt, wenn Du eine Firma gründen möchtest.

Viele erfolgreiche Unternehmer begannen ihren Erfolgsweg mit einer Lehre – und waren von Anfang an in der Lage, die Arbeit ihrer Angestellten fachlich genau beurteilen zu können. Und Deine Hochschul- oder Fachhochschulreife "verfällt" auch nicht, wenn Du Dich für eine Berufsausbildung entscheidest. Du kannst also immer noch ein Studium "hinterherschieben".

 

Fazit

Ein Studienabbruch bringt erhebliche Veränderungen mit sich und sollte daher sehr gut überlegt sein. Nichtsdestotrotz haben sich die frühere Stigmatisierung und die Gleichsetzung von "Studienabbrecher" mit "Faulenzern" erfreulicherweise fast komplett aufgelöst. Viele ehemalige Studienabbrecher haben sich in der heutigen Zeit zu Vorbildern entwickelt und werden teilweise vergöttert. Ob Steven Spielberg oder Bill Gates: Beide haben es zum Beispiel an der Uni auch nicht bis zum Abschluss ausgehalten.

Liegen Dir eher praktische Tätigkeiten, gibt es viele Möglichkeiten diese in anderer Form zu fördern.

Fühl' Dich also nicht in die Ecke gedrängt, wenn Dir das Studium vermeintlich die Luft zum Atmen raubt. Analysiere möglichst objektiv, wo das Problem liegt - suche Dir kompetente Hilfe bei der regionalen Studienberatung und lasse keine Alternative außen vor. Wir wünschen Dir bei Deiner Entscheidung alles Gute!

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