Rahmenbedingungen für Werkstudenten und Minijobber

Stift auf einem Buch über die Rahmenbedingungen für Werkstudenten und Minijobber

Grundsätzlich empfiehlt es sich nicht nur wegen dem Gehalt neben dem Studium zu arbeiten. Auch die gewonnene Praxiserfahrung spielt eine große Rolle. Worauf Du rechtlich achten musst, wie Deine Abgaben als Werkstudent aussehen und wie sich ein Job auf Dein BaföG auswirken kann erklären wir Dir hier.

Zulässige Arbeitszeit als Werkstudent oder Minijobber

Grundsätzlich fallen sowohl ein Minijob als auch die Beschäftigung als Werkstudent unter die Mindestlohnregelung. Somit ist Dein zukünftiger Arbeitgeber dazu verpflichtet, Dir mindestens 9,19€ pro Stunde zu bezahlen. Als Minijobber darfst Du somit maximal 48,5 Stunden im Monat arbeiten um die Grenze von 450€ nicht zu überschreiten. Um als Werkstudent arbeiten zu können, musst du in einem Vollzeitstudium an einer Universität oder Fachhochschule immatrikuliert sein. Als Werkstudent darfst Du allerdings mehr Stunden im Monat arbeiten, denn hier existiert nur eine 20 Stunden pro Woche Regel. Dies gilt zu beachten, damit während des Semesters Dein Studium im Vordergrund steht. Da diese Regel nicht an ein Gehalt gebunden ist, sind höhere Stundenlöhne vor allem bei fortgeschrittenem Studium keine Seltenheit. Aber selbst mit einer Bezahlung nach Mindestlohn verdient ein Werkstudent bei 20 Stunden in der Woche bereits ca. 735€ Brutto im Monat. In der vorlesungsfreien Zeit kann ein Werkstudent volle 40 Stunden die Woche arbeiten und kommt sogar bei einer Bezahlung nach Mindestlohn auf ein monatliches Einkommen von 1.470€ Brutto. Dabei musst Du aber darauf achten, dass Du nicht mehr als die vorgegebenen 26 Wochen bzw. 182 Kalendertage in Vollzeit arbeitest. Eine weitere Ausnahme stellt die Wochenend und Nachtarbeit dar. Auch solche Arbeitszeiten fallen nicht in die 20 Stunden Regel. Damit ist es auch während des Semesters zulässig, mehr als 20 Stunden in der Woche zu arbeiten, solange es in der Summe im Jahr nicht mehr als 26 Wochen sind.

Minijobs Abgaben vs. Werkstudent Abgaben

Von einem Beitrag zur Renten- bzw. Sozialversicherung kann man sich bis zu einem Verdienst von 450€ im Monat befreien lassen, ansonsten Beträgt der Beitragssatz 3,7%. Sobald man also 451€ oder mehr verdient, werden Abgaben fällig. Die Familienversicherung der Krankenkassen (bis zum 25. Lebensjahr) greift zum Beispiel nur bis 450€, darüber hinaus musst Du Dich selbst versichern. Die Beitragshöhe für eine studentische Krankenversicherung ist bei allen Krankenkassen gleich (91,96€ pro Monat), nur die Leistungen können abweichen.

Abgesehen von der Krankenversicherung werden bei einem Einkommen zwischen 451€ und 850€ 5%-21% des brutto Verdienst als Abgaben an die Renten- bzw. Sozialversicherung bezahlt. Somit lohnt es sich oft die 850€ Grenze zu überschreiten, da hier nur eine Pauschale von 9,35% des brutto Lohns fällig wird.

Ab einem Verdienst von über 950€ im Monat, wird zudem eine Pauschalabgabe von 2% Lohnsteuer des Bruttogehalts berechnet.

Arbeiten und BAföG

Falls du BAföG erhältst solltest Du ein Auge auf den jährlichen Freibetrag von 5.400€ (umgerechnet 450€ im Monat) haben. Falls dieser Freibetrag überschritten wird, muss mit einer Kürzung des BAföGs gerechnet werden. Diese Grenze ist nicht an einen Monatsverdienst gebunden. Damit ist es möglich in einem Job mehr als 450€ im Monat zu verdienen sofern Du den Job nicht über das gesamte Jahr ausübst und du unter der Jährlichen Verdienstgrenze von 5.400€ bleibst.

Das BAföG wird anteilig heruntergestuft und ab einem Verdienst von mehr als 850€ im Monat verlierst Du jeglichen Anspruch auf Ausbildungsförderung im Sinne von BAföG.

Vorteile als Werkstudent

Die Vorteile einer Beschäftigung als Werkstudent gehen allerdings über die geringeren Abgaben und Steuern hinaus:

Wenn du dich gut anstellst und saubere Arbeit machst, ist eine Übernahme in eine Vollzeittätigkeit nach dem Studium keine Seltenheit. Außerdem besteht oft die Möglichkeit die Bachelor- und/oder die Masterthesis in diesem Unternehmen zu schreiben. Ein Zeugnis über die erlangte Berufserfahrung und die Tätigkeiten ist sehr hilfreich für die Arbeitssuche, falls eine Übernahme ausgeschlossen ist. Abgesehen davon hast Du in manchen Studiengängen die Möglichkeit Dir Deine Tätigkeit als Werkstudent als Pflichtpraktikum anrechnen zu lassen. Ein Recht auf bezahlten Urlaub und Gehalt bei Krankheit hast du ebenfalls.

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