New Work im Trend: Revolutionär oder doch komplett unrealistisch?

Arbeitsgruppe mit Laptop

Dass die Schaffung neuer Arbeitsmodelle sich immer mehr zum Trend entwickelt kann man kaum mehr verneinen. Aus jeder Ecke entsteht ein neues Konzept: Sei es die 4-Tages-Woche, der 6-Stunden-Tag, das Co-Working oder das agile Arbeiten. Alle haben dasselbe Ziel: moderne, flexible und menschenzentrierte Arbeitsplätze zu etablieren. Doch wie realistisch ist das Thema New Work denn letztendlich?

Arbeiten soll Sinn machen

Ein Grundpfeiler des New Work Prinzips ist sich an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren. Zur Entstehung tragen vor allem die Millennials, auch Generation Y genannt, bei. Dieser Jahrgang gibt sich mit externen Motivationen, wie dem Gehalt, einem bestimmten Status oder Prestige, nicht mehr zufrieden. Sie fragen immer nach dem „why“ (warum) und somit hinterfragen sie auch den Sinn hinter der Tätigkeit die sie die meisten Tage der Woche ausüben. Die neuen Arbeitsmodelle nehmen dieses Bedürfnis ernst und sollen jeder Person einen Job liefern, der sie erfüllt und glücklich macht.  

Auch mit Hinblick darauf, dass viele durch den Menschen ausgeführte Tätigkeiten durch die Digitalisierung und Automatisierung überflüssig werden, müssen wir eine intrinsisch motivierende Berufung finden. Das ist deshalb wichtig, da der Mensch, wenn er einer für sich sinnvollen Aufgabe nachgeht, deutlich produktiver und besser arbeitet. New Work fördert also Leidenschaft sowie Herzblut an der eigenen Arbeit. Die Sinnhaftigkeit von Arbeit ist demnach eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Brauchen Arbeitnehmer zukünftig besondere Fähigkeiten?

Schon seit ein paar Jahren sind Veränderungen dahin gehend festzustellen, wie Unternehmen für neue Mitarbeiter werben. Viele Firmen haben erkannt, dass spezifische Berufsqualifikationen immer weniger Wert haben. Stattdessen ist es notwendig, dass die Arbeitnehmer viele berufs- und branchenunabhängige Work Skills beherrschen.

Eine Studie der University of Phoenix konnte hierbei die 10 wichtigsten Skills für zukünftige Arbeitsplätze herausfinden:

  1. Kritisches Denken
  2. Soziale Intelligenz
  3. Spontanität und Anpassungsfähigkeit
  4. Interkulturelle Kompetenzen
  5. Den Umgang mit großen Datenmengen
  6. Die Auseinandersetzung mit neuen Medien
  7. Über Disziplinen/Grenzen hinausdenken
  8. Das eigene Mindset ständig anpassen können
  9. Aufgaben sinnvoll filtern und priorisieren
  10. Virtuelle Kollaboration

Wer sich mit diesen Grundfähigkeiten identifizieren kann, wird keine Probleme haben sich zukünftig auf neue Arbeitsformen einzustellen und das jeweilige Unternehmen mit seinen beigesteuerten Ergebnissen voranzubringen.

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Der Arbeitswandel betrifft alle Dimensionen von Unternehmen. Vom Mitarbeiter über die Organisation, die Führungskräfte und die genutzten Technologien.

Schaffung eines agilen Netzwerks

Traditionelle Unternehmenshirarchien wird es bei New Work nicht mehr geben. Stattdessen rücken agile Strukturen in den Vordergrund. Zu dem Aufbruch von bekannten Führungsstrukturen gehört das Überwinden von Abteilungsdenken und Kompetenzteilung.

In einer Arbeitswelt, die getrieben ist von Geschwindigkeit und sich ständig ändernden Situationen, sind innovative Ideen Gold wert. Wenn die Mitarbeiter durch Einschränkungen jedoch zu einer einheitlichen Masse gebildet werden, können keine neuen kreativen Ideen entstehen. Aus diesem Grund spielt die Diversität bei New Work eine entscheidende Rolle. Es braucht abwechslungsreiche Charaktere mit unterschiedlicher Expertise und Herkunft um der fortschreitenden Digitalisierung gerecht zu werden.

Eigeninitiative und Engagement

Neben den grundliegenden Eigenschaften fordert New Work die Rollenveränderung des Mitarbeiters. Engagement, Leidenschaft und Initiative werden von jedem aktiv gefordert. Alle Persönlichkeiten sollen dazu motiviert werden, ihre Talente einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

Dieses Vorgehen bietet jedem die Chance etwas zu bewirken!

Technologie als Zentrum der Arbeit

Ohne die entsprechenden Technologien ist das New Work Konzept zum Scheitern verurteilt. Die Qualität des netzwerken sowie die Projektentwicklung hängen stark von den vorhandenen Tools ab. Nur wenn es keine technischen Barrieren gibt, kann eine effektive sowie zeit- und ortsunabhängige Arbeitsgestaltung gesichert werden.

Unternehmen sind zunehmend auf New Work angewiesen

Durch den Fachkräftemangel ist es für Unternehmen aktuell sehr schwer passende Mitarbeiter zu werben. Hat man dann einen guten Mitarbeiter gefunden, stellt seine Bindung an die Firma die nächste Herausforderung dar. Firmen, die ihren Mitarbeitern eigene Entfaltung ermöglichen und in vielen Situationen entgegenkommen, sind deutlich attraktiver für mögliche Bewerber. Ein Arbeitsumfeld nach den Kriterien von New Work steht heute ganz weit oben auf der Wunschliste vieler Arbeitssuchenden.  

Arbeitsplätze der Zukunft 

Das klassische Büro mit Schreibtisch, PC und Rollcontainer hat beim New Work ausgedient. Mit den wachsenden Ansprüchen an die Arbeit erfüllt das typische Büro nicht mehr die nötigen Rahmenbedingungen. Das moderne Büro sollte Räume für Konzentration, Kreativität und Teamarbeit bieten. Das Büro wird also zu einem ‚Multispace‘. Diese Abwechslung unterstützt die Selbstbestimmung, das Experimentieren und den individuellen Arbeitsflow. Neben den entsprechenden Vorkehrungen im Büro, sind Homeoffice beziehungsweise generell ortsungebundenes Arbeiten weitere Bedingungen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Jeder Mitarbeiter sollte frei entscheiden können, wo seine Kreativität und Leistung am höchsten ist.

Innovation und Zufriedenheit für die Zukunft

Unrealistisch ist das Konzept von New Work auf keinen Fall – es kann jedoch eine trügerische Seite haben! Eine schicke Büroeinrichtung, Gleitzeit oder die Möglichkeit auf Homeoffice bedeuten noch lange kein New Work. Dieser Arbeitswandel kann nicht von heute auf morgen passieren. Das Unterfangen benötigt Zeit und Begeisterung: die Arbeitswelt 4.0 steht und fällt mit der Unternehmenskultur.

New Work ist eine großartige Möglichkeit um in einer Welt, die sich mit einem Wimpernschlag verändert, zurechtzukommen. Wird es richtig umgesetzt, stellt sie für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation dar.

Weg von starren Strukturen und Komfort: Die Wirtschaft braucht Diversität, Agilität und Netzwerk. Nur dann kann New Work funktionieren.

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