Alle wollen Klimaschutz – Jedoch nicht um jeden Preis? ➤

schüler streiken mit postern

Klimaschutz ist aktuell ein großes Thema und sorgt regelmäßig für Aufsehen – ob durch das Dieselfahrverbot oder die Streiks der jüngeren Generationen mit dem Namen „#FridaysForFuture“. Wir möchten aufklären, worum es beim Klimawandel wirklich geht und was Du tun kannst, um wirklich etwas zu verändern und nicht nur auf einer Trendwelle mitschwimmst!

Klima- und Umweltschutz: Die aktuelle Trendbewegung. Doch wie viel Wille steckt hinter den Veränderungswünschen?

Nach dem Veganismus folgt der Umweltaktivismus. Viele Medien bezeichnen den aktuellen Drang nach Umweltschutz als die Religion des Westens im 21. Jahrhundert. Doch der Glaube und Wille an die eigentlichen Hintergründe des Aktivismus wird bei vielen Gegnern angezweifelt: „Die machen das doch nur, um die Schule zu schwänzen!“. Doch was steckt dahinter?

fridays for future plakate

„Fridays for Future – Schüler/innen streiken, um die Welt zu retten“, „Fridays for Future – Ein Haufen Heuchler?“ oder „Schüler in mehr als 100 Staaten demonstrieren für mehr Klimaschutz“. Schlagzeilen wie diese drehen die letzten Wochen ihre Runden um die Welt. Bissige Slogans auf den Plakaten und dazu Schule schwänzen. Streiks in mehr als 120 Staaten rund um den Globus werden seit ca. 3 Monaten regelmäßig durchgeführt. Ins Rollen gebracht durch die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die schon seit Sommer des letzten Jahres regelmäßig die Schulbank vernachlässigt, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren.

fridays for future

Das die betroffenen Schüler und Studenten regelmäßig dem Unterricht fernbleiben, trifft einen wunden Punkt in vielen Ländern. Doch nur so klappt die angestrebte Panikmache.

Letztendlich kann man keinem dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine scheinheilige Absicht unterstellen. Immerhin steht vor allem für die teilnehmenden Schüler einiges auf dem Spiel – oft drohen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Schulverweis. Das nehmen sie sicher nicht in Kauf, um mal eben ein paar Mal die Schule schwänzen zu können. Nein – hier geht es um ein wirkliches Problem und gleichzeitig um ein Recht, welches diese jungen Menschen verteidigen. Das Recht über die Welt mitbestimmen zu dürfen, in der sie ihre Zukunft verbringen müssen.

 

Zurück auf Anfang – wie schlimm ist es wirklich?

Wie es um den aktuellen Klimawandel wirklich steht, wissen die wenigsten. Das bei den Veröffentlichungen der Medien auch viel Dramaturgie oder schönende Worte zum Einsatz kommen, macht das Ganze nicht einfacher. Hier die erschreckenden Fakten:

1. Die Mitteltemperatur an der Erd- und Wasseroberfläche hat in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt stetig zugenommen.

2. 16 der 17 wärmsten Jahre überhaupt seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (1880), traten nach dem Jahr 2000 auf.

3. Die Temperaturen der Ozeane spielen verrückt: In manche Seegebieten wird die Temperatur immer niedriger (Nordatlantik), in anderen steigt sie hingegen überproportional. Das liegt daran, dass die Wassermassen der Ozeane etwa 93% der gesamten Klimaerwärmung aufnehmen. Die restlichen 7% verteilen sich wie folgt: 3% - Schmelzen von Eismassen; 3% - Erwärmung der Kontinente; 1%- Erwärmung der Atmosphäre.

4. Aktuell steigt der Meeresspiegel durchschnittlich etwa 3,4mm (+/- 0,4mm) pro Jahr an. Grönland verliert zum Beispiel extrem viel Eis – um 250 bis 300 Milliarden Tonnen pro Jahr!

5. Der CO2 Gehalt in der Atmosphäre wächst immer weiter an. 2017 lag der Wert im Jahresdurchschnitt bereits bei etwa 405 ppm. Das ist die höchste CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren.

6. In Deutschland liegt der Temperaturanstieg deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Hitzeperioden werden immer länger (°C>30°) -–die Eistage (°C<0°)  immer kürzer.

7. Das Hochwasserrisiko steigt weiter an.

8. Es gibt immer häufiger schadensrelevante Naturereignisse.

9. Pflanzen und Tiere können sich immer schwerer an die Umwelt anpassen: Verschobene Perioden der Zugvögel und Laichzeiten der Fische, veränderte Blütezeitpunkte von Pflanzen, so dass diese nicht mehr zur Flugzeit der bestäubenden Insekten passen.

10. Bedrohte Forstwirtschaft: Häufigere Frostschäden, veränderte Wuchsbedingungen und Trockenheit/Waldbrände durch gesunkene Niederschlagsrate in den Sommermonaten.

Die Faktenliste ist lang – zu lang für diesen Beitrag! Auf den folgenden Seiten kannst Du jedoch noch weitere Informationen zum aktuellen Klimastand erfahren:

Umweltbundesamt - Klimafakten

 

Mit welchen Folgen müssen wir rechnen?

Fasst man die oben genannten Fakten zusammen, dann bringt der Klimawandel sowohl wirtschaftliche Kosten, Gefahren für viele Populationen, die menschliche Gesundheit als auch ein Ungleichgewicht der gesamten Natur mit sich.

Eisschmelze, extreme Wetterereignisse, Verschiebung der Niederschlagsmuster, Ausbreitung von Krankheiten durch mindere Abtötung von Keimen durch Kälte, beschädigte Ökosysteme sowie das Aussterben von mehreren Pflanzen- und Tierarten.  

Wassermangel > Die ansteigende Wärme wird den Wasserkreislauf der Erde intensivieren: Das Wasser verdampft schneller, als es durch den Niederschlag wieder (an einem anderen Ort) auf die Erde niederprasselt.  

Hungersnot > Immer schlechtere Bedingungen für Pflanzen und Tiere und die extreme Trockenheit sorgen für enorme Einbußen in der Lebensmittelherstellung. Angesichts der immer größer werdenden Bevölkerung ein Drama.

Klimaflüchtlinge > Experten rechnen damit das bereits im Jahr 2050 zehnmal so viele Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen und Dürre sein könnten, wie sie es heute sind.

Vor allem die Entwicklungsländer werden immer mehr von den Klimaveränderungen betroffen sein, da sie nicht die nötigen Mittel haben, um sich gegen dementsprechende Folgen schützen zu können.

 

Bei all diesen möglichen Folgen wird bewusst, dass es um viel mehr geht als Jugendliche, die die Schule schwänzen. Es geht darum, wie wir die Erde verändern und mit welchen drastischen Auswirkungen unsere Lebensqualität und die unserer Nachkommen zukünftig leben müssen.

Klimaschutz ist kein Thema, dass nur die Politik etwas angeht. Klimaschutz beginnt bei der Gesellschaft, genauer gesagt bei Dir Zuhause. Jeder muss sich selbst an die Nase fassen und den eigenen Lebensstandard hinterfragen. Brauchst Du jeden Monat das neue Sneaker-Modell, einmal im Jahr ein neues iPhone, 20 stromfressende Küchengeräte, Erdbeeren die eine Weltreise hinter sich haben oder das ständige benutzen von Flugreisen für Kurzstrecken-Trips?

 

Wie Du zum Klimaschutz beitragen kannst

1. Weniger konsumieren und somit weniger verschwenden

Verschwendung egal in welcher Hinsicht, ob Lebensmittel oder durch Einweg-Produkte, heizen den Klimawandel an.

Tipp: Essensplan für die Woche erstellen und so bedarfsorientiert einkaufen. Du weißt noch nicht, worauf Du am Wochenende Lust hast? Dann geh im zwei Tages Rhythmus einkaufen – das kannst Du dann auch entspannt mit dem Rad machen!

2. Produkte gemeinsam/ mehrfach verwenden

Der folgende Punkt liegt auf der Hand: Müssen weniger Produkte hergestellt werden, so wird weniger Energie benötigt. (Jeder Deutsche verursacht jährlich rund 2,75 Tonnen CO2-Emissionen, ausgenommen von Lebensmitteln).

Tipp: Bevor Du eine neue Anschaffung planst, kannst Du erst einmal in der Nachbarschaft fragen, ob Du Dir das gewisse Gerät o.ä. ausleihen darfst. Auch für technische Geräte verschaffen viele Baumärkte Abhilfe, indem sie vieles zur Ausleihe vergeben.

3. Regionale- und Bio-Produkte nach Saison einkaufen

Trotz heißer Diskussion um das „Bio-Zertifikat“ gibt es bei der Lebensmittelindustrie Entwarnung: Hier steht das grüne EU-Bio-Siegel für klar definierte, gesetzliche Auflagen. Du solltest jedoch immer darauf achten, welche Herkunft das Produkt hat. Es wird unterschieden zwischen deutscher Landwirtschaft, EU-Landwirtschaft und Nicht-EU-Landwirtschaft. Desto weiter der Weg des Produktes ist, desto höher die CO2-Emissionen für den Transport und desto weniger Vitamine und Nährstoffe sind enthalten.

Du befindest Dich also in einer Win-Win-Situation, wenn du beim Einkauf darauf achtest regionale saisonbedingte Produkte einzukaufen, die nach Möglichkeiten den EU-Bio-Richtlinien entsprechen. Auch bei den Discountern gibt es in dieser Produktsparte immer mehr Auswahl! Hier erfährst Du mehr zum Thema „Bio-Siegel“. 

4. Strom sparen

Jeder Haushalt ist mittlerweile mit unzähligen Geräten ausgestattet. Es wird Zeit diese auszustöpseln, wenn sie nicht genutzt werden! Wer keine Lust auf die Stöpselei hat, kann einfach auf intelligente Steckdosen zurückgreifen. Weitergehend solltest Du auf Ökostrom zurückgreifen. Noch mehr Tipps rund um das Thema Strom findest Du hier.

5. Öffentliche Verkehrsmittel, zu Fuß oder mit dem Rad

Überdenke Deine alltäglichen Strecken und versuche, so gut es Dir möglich ist, auf das Auto und das Flugzeug zu verzichten. Die öffentlichen Verkehrsmittel können mit demselben CO2 Aufwand deutlich mehr Menschen transportieren!

6. Fleisch und Milch-Produkte reduzieren

Die Produktion von Fleisch und Milch macht mehr als die Hälfte (60%) der Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft aus. Das bedeutet nicht, dass Du jetzt zum Veganer werden musst. Es reicht, wenn Du die Hälfte von Deinem Fleisch und Milchkonsums durch pflanzliche Alternativen ersetzt, wie zum Beispiel Bohnen und Erbsen oder Hafermilch. 

7. Nachhaltige Unternehmen bevorzugen

Unsere verschwenderische Wirtschaft ist eine der größten Schwachstellen in Sachen Umweltschutz. Hier kann nur der Konsument helfen: Besser auf Produkte von Unternehmen zurückgreifen, die eine nachhaltige Unternehmensstrategie verfolgen.

 

Natürlich gibt es noch jede Menge weitere Dinge, die Du im Sinne des Klimas nachhaltig verändern kannst. Wir hoffen jedoch, dass wir Dir eine Übersicht darüber geben konnten, wie dringend jeder von uns etwas an seiner Lebensweise ändern muss! Minimalismus ist Klimaschutz. Weniger Konsum, weniger Verbrauch, weniger Klimagase sorgen für mehr Glück und Gesundheit auf der ganzen Welt.

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