Berufliche Weiterbildung: Interview mit einem Scrum Master

Es gibt viele Möglichkeiten beruflich zu wachsen. Die Übernahme weiterer Aufgaben, das Hinaufsteigen in eine höhere Position oder eine berufliche Weiterbildung. Letztere ist sogar sehr vielversprechend, da man die freie Wahl hat. Warum man sich fortbilden sollte und was es zu beachten gibt, erklärt Entwickler und Scrum Master Denis.

Wie bereits in unserem letzten Beitrag erklärt, ist das Investment in die eigene Person die wichtigste Anlage. Um seine Ziele zu erreichen, muss man nicht nur persönlich, sondern auch beruflich wachsen. Deshalb sollte man bei der eigenständigen Weiterbildung sein eigenes Geschäftsfeld nicht aus den Augen lassen. Dabei muss man sich nicht nur auf seine täglichen Aufgaben beschränken, sondern auch gerne über den Tellerrand schauen und neue, verwandte Kompetenzen erlernen.

Warum sollte man sich fortbilden?

Es ist keine Pflicht sich außerhalb oder während des Berufs fortzubilden, bringt aber viele Vorteile mit sich. Neben der Erweiterung des eigenen Skill Sets, steigt auch das Verständnis für die Branche. Man bekommt mehr Einblicke, ist in der Lage Projekte besser einzuschätzen und Prozesse umfassender zu optimieren. Darüber hinaus ist es eine Challenge für sich selbst, bei der man neue, unbekannte Fähigkeiten entdeckt. Oft biete sich die Möglichkeit die eigenen Stärken noch besser und gezielter einzusetzen. Das ist gerade in der digitalen und schnell wachsenden Zeit, in der wir heute leben, wichtig. Die einzige Konstante ist die Veränderung und deshalb müssen auch wir uns mit verändern. Durch neue Fähigkeiten passen wir uns neuen Gegebenheiten an und können zu jeder Zeit neue Chancen nutzen. Wer weiß welche Veränderung den größten Einfluss auf Dein Leben und Deine Karriere haben wird?

Das sagt ein Experte

Um Dir zu erklären, wie Du bei Deiner Fortbildung vorgehen solltest, haben wir uns mit dem Entwickler und Scrum Master Denis Türkpencesi unterhalten. Denis hat Informatik studiert und währenddessen angefangen in der IT-Branche zu arbeiten. Zuerst als Werkstudent, dann als Teilzeitkraft und anschließend in Vollzeit. Kurz darauf hat er ein Start-Up gegründet, welches er nach einiger Zeit aufgelöst und sich selbstständig gemacht hat. Um seinen Horizont zu erweitern und mehr Erfahrungen zu sammeln, ist er ins Ausland gegangen, von wo er remote gearbeitet und nebenher eine Tauchausbildung gemacht hat. Als er nach einigen Monaten wieder zurückkam, hat er in Deutschland weitergearbeitet und wenig später bei univativ als Entwickler begonnen.

Aktuell kümmert er sich um die Instandhaltung und Pflege der internen Tools und um die Neuentwicklung von Programmen. „Den Scrum Master habe ich gegen Ende des Studiums gemacht.“, fügt er seiner Position hinzu. „Ich hatte einen Kurs über Projekt Management, in dem man die Prinzipien gelernt hat und im Anschluss die Chance, weiter zu machen und die Prüfung abzulegen“.

     Der Alltag mit einer Fortbildung

„Ich darf mich hier hinsetzen und programmieren und bin gleichzeitig noch in der Rolle des Scrum-Masters“ schwärmt der Entwickler. Denis genießt seine abwechslungsreichen Aufgaben und Rollen. Auf diese Weise kann er seine Facetten einbringen und Projekte umfassend betreuen. Obwohl er eine Ausbildung als Scrum Master nachweisen kann und dadurch Leitungsaufgaben übernimmt, bleibt Denis ein Teamplayer. „Er [Scrum Master] sieht sich als Teil des Teams, aber es hat eher stückweit noch was mit Verantwortung zu tun“, erklärt Denis. Scrum heißt für ihn „dass wir als Team gerade stehen für das was wir bewältigen. Wir sind fünf Entwickler und jeder hat seinen Task. Wenn am Ende vom Sprint ein Task nicht fertig geworden ist, sagen wir als Team, dass wir es nicht geschafft haben.“ Gerade beim Arbeitsmodell Scrum, in dem man in Iterationen, also von Zyklus zu Zyklus arbeitet, ist dieser Zusammenhalt notwendig. Jeder Entwickler bearbeitet seine Aufgaben eigenständig. Deshalb ist es wichtig, eine leitende Person zu haben, die den Überblick behält und für Rückfragen offensteht. Als Scrum Master und Entwickler arbeitet Denis auf beiden Seiten und kann somit ein Verhältnis auf Augenhöhe zu seinen Kollegen wahren. „Und deswegen gehört der Scrum Master auch zum Team und steht für das Team gerade.“

 

     Selfcheck: Passt die Fortbildung zu Dir?

Die Rolle ist perfekt auf Denis zugeschnitten und so sollte auch Deine Fortbildung sein. Wie in „Investiere in Dich selbst“ beschrieben, ist es auch wichtig bei Deiner Weiterbildung für Klarheit zu sorgen. Deine Ziele und Prioritäten sollten durch die Fortbildung erweitert und vorangebracht werden. Sei Dir im Klaren warum Du Dich in einem Bereich weiterbilden möchtest und welche Möglichkeiten Dir danach offenstehen. Sehe sie als Teil Deiner Lebensstrategie und verpflichte Dich auch dementsprechend.

Im Fall von Denis ist es wichtig, dass ein Scrum Master teamfähig ist. Frag Dich selbst, ob Du ein Teamplayer bist und auch in Zukunft in einem Team arbeiten und dieses leiten möchtest. Wenn Du Dich gerne absprichst, Aufgaben verteilst und den strukturellen Überblick behältst, sind das gute Signale für diesen Beruf. Gestaltet sich jedoch Deine Zukunft eher im Bereich des Remote Works oder als Freelancer, werden Dir Weiterbildungen, die Deine Hard Skills optimieren, eher weiterhelfen. So kannst Du Dein persönliches Leistungsspektrum erweitern und mehr Kunden betreuen.

 

     Die 5 Top Eigenschaften

Hat die Fortbildung Dein Interesse geweckt, lohnt es sich das spätere Berufsbild näher zu untersuchen. Wie sehen die Berufschancen aus, kann man weiterwachsen, welche Auswirkungen haben aktuelle Entwicklungen auf den Beruf? Je mehr Du Dich informierst, desto klarer wird Dein Bild und somit auch Dein Ziel. Dabei ist es wichtig die nötige Leidenschaft und Voraussetzung mitzubringen. Ersteres wird durch Deine Motivation und Ambition verstärkt. Wenn die Fortbildung Dich wirklich bereichert und Dich näher an Dein Ziel bringt, bist Du automatisch leidenschaftlich dabei. Zweiteres schaffst Du durch eine ausführliche Recherche und dem Austausch mit Experten.


Wir haben Denis gefragt welche Top Eigenschaften ein Scrum Master mitbringen sollte. „Der Scrum Master sollte immer mit beiden Seiten reden können. Deshalb sind kommunikative Skills wichtig“. Immerhin stellt er die Schnittstelle zwischen den Product Ownern und Entwicklern dar. „Genauso wie Pünktlichkeit.“, führt er fort. „Organisatorisch sollte man auch was draufhaben.“ Es empfiehlt sich bereits im Vorhinein die nötigen Voraussetzungen anzuschauen und herauszufinden, ob Du Dich wirklich mit ihnen identifizieren kannst. Lass Dich dabei nicht schnell einschüchtern. Man kann alles im Leben erlernen. Vielmehr sollten die Voraussetzungen und Eigenschaften mit Deinem zukünftigen Selbstbild übereinstimmen.

„Es hilft aber auch Humor zu haben“, scherzt Denis. Damit will er verdeutlichen, dass es sich sehr wohl lohnt auch seine Persönlichkeit in den Beruf und die Fortbildung einzubringen. Eine Fortbildung sollte Spaß machen, statt Dich in die unbeliebten Fächer Deiner Schulzeit zurückzuversetzen. Denn Du investierst Deine Zeit und Dein Geld.

 

     In nur drei Schritten zum Ziel

Um Scrum Master zu werden sind nur drei Schritte notwendig erklärt Denis. Statt lange nachzudenken und zu viele Informationen zu sammeln, sollte man einfach loslegen. „Das wichtigste erstmal: man braucht die Zertifizierung und dann gibt es eine Prüfung.“ Fortbildungen werden in der Regel zertifiziert, damit Du Deine Qualifikationen auch nachweisen kannst. Dass Du dafür eine Prüfung ablegen musst, klingt einleuchtend, ist aber nicht immer zwingend notwendig. Lass Dich nicht von den Anforderungen abschrecken und behalte Dein Ziel stets vor Augen.

Als nächstes empfiehlt Denis „in einem Scrum Prozess mitzuarbeiten. Denn Theorie ist gut, Praxis ist aber besser.“ Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du schon vor Deiner Ausbildung ein Blick in den Beruf werfen (sofern er sich von Deinem jetzigen unterscheidet). Es hilft auch sich mit Vorbildern oder Menschen in der gewünschten Position auszutauschen. Sie können Dir weitere hilfreiche Tipps geben und einen einzigartigen Einblick gewähren.

Zum Schluss geht der Entwickler nochmal auf die Soft Skills ein und betont, dass es „hilft einen kommunikativen Background zu haben“. Wie bereits beschrieben, ist der Scrum Master die Schnittstelle im Team und steht stets für Fragen offen. Deshalb hilft es Erfahrungen in einem kommunikativen Bereich gesammelt zu haben oder diese Eigenschaft zu besitzen.

Du möchtest das ganze Interview mit dem Scrum-Master Denis sehen? Dann klicke  hier drauf

Investiere wirklich in Dich selbst

Bleibe nicht in Deiner Komfortzone, sondern nutze Deine Möglichkeiten. Erst wenn Du es wirklich tust, wirst du die Erfolge sehen. Bei vielen Weiterbildungen, Kursen und Schulungen muss man einen finanziellen Betrag aufwenden. Dieser sollte Dich nicht von Deinem Ziel abhalten. Lege etwas Geld zur Seite oder fasse Deinen Mut zusammen und spreche Deinen Arbeitgeber an. Viele Vorgesetzte möchten ihre Mitarbeiter fördern. Außerdem profitiert auch Dein Unternehmen von Deinen erweiterten Fähigkeiten. Wie auch immer sich der Weg für Dich gestaltet, wenn es für Dich bestimmt ist, wird es funktionieren.

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